Severin Rüegg (Projektleiter)
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Das Projekt Filmspur soll Forschenden und Studierenden praktische, quellenkritische, analytische und theoretische Hilfe in der historischen Auseinandersetzung mit Film- und Tonquellen leisten.


DIESE WEBSITE BIETET DAZU FOLGENDES:

– Eine Archivdatenbank für einen suchbaren und kritischen Überblick über die Institutionen mit Film und Tonbeständen in der Schweiz

Werkstattgespräche beinhalten GESPRÄCHE und REFERATE:

GESPRÄCHE mit Experten zu den Quellentypen Film, Fernsehen und Ton auf quellenkritischer, analytischer und praktischer Ebene

Referate von Forschenden, die sich im Rahmen ihrer Arbeit vertieft mit Film- oder Tonquellen auseinandergesetzt haben


OFFLINE BIETET Filmspur:

– Lehrveranstaltungen des Historischen Seminar der Universität Zürich werden betreffend der Verwendung von Film- und Tonquellen beraten, und zwar bezüglich Archivzugang, Quellen, Literatur und weiteren Fachexperten.

– Forschende sollen im Rahmen von Workshops und Online-Präsentationen ihre Forschungsarbeit vorstellen können.

– Der Austausch zwischen Forschenden und Archiven soll verstärkt werden.


Filmspur ist eine Initiative des Historischen Seminars der Universität Zürich und auch auf Facebook und Twitter vertreten.

Wir danken für die grosszügige Unterstützung der G+B Schwyzer Stiftung.

IMPRESSUM
Grafik: Corina Neuenschwander
Programmierung: Springen

Propaganda für die Schweiz: Ruanda im Schweizer Fernsehen 1964 (Lukas Zürcher)



Referat «Propaganda für die Schweiz: Ruanda im Schweizer Fernsehen 1964» von Lukas Zürcher (Universität Zürich) im Panel «Propaganda, Zensur und Genozid: Filme im Konflikt», gehalten im Rahmen des Filmspur-Workshops «Bewegte Quellen: Film und Fernsehen als Gegenstand historischer Forschung» an der Universität Zürich am 25. April 2012.
TAGUNGSBERICHT
Der Historiker Lukas Zürcher führte eine Quelle aus seiner Dissertation vor, den ersten Beitrag zu Ruanda des Schweizer Staatsfernsehens, der 1964 im Sendegefäss «Die Antenne» ausgestrahlt wurde. Die schweizerische Entwicklungszusammenarbeit war in Ruanda mit der Genossenschaft «Travail, Fidélité, Progrès» (Trafipro) aktiv, dessen operative Führung 1963 vom Dienst für technische Zusammenarbeit (DftZ) des Bundes übernommen wurde. Der Fernsehbericht konzentrierte sich auf die Persönlichkeit des damaligen Verantwortlichen Rudolf Villiger mit der Frage: Kann ein Einzelner in Ruanda in so kurzer Zeit helfen? Zürcher legte in seiner Analyse dar, dass es sich bei diesem Darstellungsmodus um einen damals verbreiteten Porträtismus handelte und dass der Beitrag in einer Serie von Bildern über Ruanda zu sehen ist, welche die Schweiz der Nachkriegszeit in Analogie zum eigenen Land generierte. In dieses Schema passt auch die im Bericht gemachte Beschreibung des damaligen ruandischen Präsidenten Grégoire Kayibanda, der mit Trafipro eng verbunden war. Im Bericht wurden dem zur Ethnie der Hutu gehörenden Kayibanda wahrhaft schweizerische Charaktereigenschaften zugesprochen. Analytisch interessant war einerseits, dass die Schweiz-Ruanda-Analogie ganz ohne materielle bewegte Bilder auskam, sondern sich hauptsächlich von den «Bildern im Kopf» nährte. Andererseits thematisierte Zürcher die für Bild-Diskurse wichtige Grenze des Zeigbaren. Im Falle von Ruanda wären das die ethnischen Säuberungen im Süden des Landes im Jahr 1963, die im Fernsehbeitrag geflissentlich ausgeblendet wurden. In einer Bildanalyse ist das Nichtgezeigte je nach Fragestellung für die Kontextualisierung manchmal aussagekräftiger als das Gezeigte. (aus dem Tagungsbericht von Dominik Schnetzer)
PERSON
Lukas Zürcher hat am Lehrstuhl von Gesine Krüger am Historischen Seminar der Universität Zürich zum Thema «Die Schweiz in Ruanda: Mission, Entwicklungshilfe und nationale Selbstbestätigung (1900–1975)» dissertiert.
DOKUMENTATION
Der besprochene Beitrag ist über folgende Archive zugänglich:
Fernseharchiv SRF
Bundesarchiv Bern (über Memobase)


FILMSPUR bietet einen Einstieg in die historische Arbeit mit Film- und Tonquellen. Anhand von verschiedenen Kriterien kann nach Archiven mit audiovisuellen Beständen gesucht werden. Ergänzend stehen Dokumentationen zur Verfügung, die entsprechende historische und methodische Fragestellungen behandeln.

FILMSPUR permet, à travers plusieurs critères de recherche, d’accéder à des informations relatives aux fonds d’archives audiovisuelles en Suisse. Cette banque de données est complétée par des documents qui traitent de questions d’ordre historique et méthodologique.

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