Severin Rüegg (Projektleiter)
info@filmspur.ch

Tel: 079 386 94 44

Sie möchten Ihr Archiv eintragen?

Facebook
Twitter

Das Projekt Filmspur soll Forschenden und Studierenden praktische, quellenkritische, analytische und theoretische Hilfe in der historischen Auseinandersetzung mit Film- und Tonquellen leisten.


DIESE WEBSITE BIETET DAZU FOLGENDES:

– Eine Archivdatenbank für einen suchbaren und kritischen Überblick über die Institutionen mit Film und Tonbeständen in der Schweiz

Werkstattgespräche beinhalten GESPRÄCHE und REFERATE:

GESPRÄCHE mit Experten zu den Quellentypen Film, Fernsehen und Ton auf quellenkritischer, analytischer und praktischer Ebene

Referate von Forschenden, die sich im Rahmen ihrer Arbeit vertieft mit Film- oder Tonquellen auseinandergesetzt haben


OFFLINE BIETET Filmspur:

– Lehrveranstaltungen des Historischen Seminar der Universität Zürich werden betreffend der Verwendung von Film- und Tonquellen beraten, und zwar bezüglich Archivzugang, Quellen, Literatur und weiteren Fachexperten.

– Forschende sollen im Rahmen von Workshops und Online-Präsentationen ihre Forschungsarbeit vorstellen können.

– Der Austausch zwischen Forschenden und Archiven soll verstärkt werden.


Filmspur ist eine Initiative des Historischen Seminars der Universität Zürich und auch auf Facebook und Twitter vertreten.

Wir danken für die grosszügige Unterstützung der G+B Schwyzer Stiftung.

IMPRESSUM
Grafik: Corina Neuenschwander
Programmierung: Springen

Die Tagesschau: Eine Quellenkritik (Jürg Hut und Felix Rauh)

Die Tagesschau ist auf Grund ihres langen Bestehens, ihrer Verbreitung und ihrer einzigartigen Stellung in der Medienlandschaft eine vielseitige und spannende Quelle.

Das Werkstattgespräch mit Jürg Hut (Leiter Archiv-Services TV) und Felix Rauh (Historiker) skizziert quellenkritische Probleme und Besonderheiten des Sendeformats.

Eine kurze Geschichte der Tagesschau vermittelt den technischen Wandel und seinen Niederschlag auf die Quellensituation. Verweise auf Literatur, Links und Datenbanken ergänzen das Werkstattgespräch.
GESCHICHTE
Die Tagesschau hat technische Veränderungen erlebt, die bei einer historischen Betrachtung zu berücksichtigen sind, da sie die Form wie auch die Überlieferung der Tagesschau bestimmt haben.

Zu Beginn wird die Sendung für alle Sprachregionen in Zürich produziert und gesendet. Diese Zentralisierung entsteht auf Grund von Kostenüberlegungen und der notwendigen Infrastruktur, dabei wird der Kommentar für jede Sprachfassung separat gesprochen und ab dem Jahr 1958 auch zeitgleich gesendet. Die im Jahre 1966 eingeführte Moderation erfordert einen anderen Arbeitsablauf und führt zur zeitlichen Staffelung der Sendung. Im Gegenzug ermöglicht die Moderation im Bild eine Flexibilität bei der visuellen Gestaltung von letzten Neuigkeiten, zu denen kein Bild/Film vorhanden ist. An der zentralisierten Form der Produktion änderte dies aber bis 1982 nichts.

Technische Neuerungen verändern die Arbeitsweise und die Möglichkeiten der Sendung.
Mit dem Jahr 1957 beginnt die Schweizerischen Depeschenagentur (SDA) die Tagesschau mit Informationen zu bedienen. Dank dem European News Exchange wird sie ab dem Jahre 1961 auch auf der Ebene der Bilder zunehmend tagesaktuell. Beim European News Exchange handelt es sich um ein Richtstrahlnetz, mit dem die europäischen Sender für den Austausch von Filmmaterial verbunden sind.

Ein massiver Fortschritt für die Gestaltung des Sendematerials bietet zu Beginn der 1970er Jahre (1. März 1973) die Erfindung von Walter Meisterhans. Sie erlaubt einen elektronischen Live-Schnitt vorzunehmen, womit zwei sprachlich angepasste Tagesschau-Versionen zeitgleich ausgestrahlt werden können, die sich in Ablauf der Beiträge, wie auch in Bezug auf das darin verwendetet Material unterscheiden. Zentrale Produktion und nach Sprachregion gewichtete Tagesschau-Versionen sind nun miteinander vereinbar.

Mitte der 1970er Jahre schafft ein neues Videosystem eine bis anhin unbekannte Flexibilität der Aufzeichnung und somit auch eine andere Form der Berichterstattung. Das ENG (Electronic News Gathering) System erlaubt mit einer leichten Kamera, ohne Reportagelastwagen, Ton und Bild aufzuzeichnen, zu editieren und via Richtstrahl ins Studio einzuspeisen.

Die Diskussion um eine dezentralisierte Produktion erhält Ende der 1970er Jahre Aufschwung. So wird 1978 die Dezentralisierung der Tagesschau beschlossen und 1982 für die Romandie umgesetzt. Die Tagesschau für die italienische Schweiz wird bis 1988 aber noch in Zürich produziert.

Auf Grund der technischen Entwicklung beginnt sich die Tagesschau zunehmend zwischen den Sprachregionen zu unterscheiden, zunächst durch den Kommentar, schliesslich durch die Moderation (1966) und durch den Live-Schnitt (1973) auch mehr und mehr in Bezug auf die Verwendung des Materials (Auswahl, Abfolge und Länge der Beiträge).

Ende der 1970er Jahre setzt beim Schweizer Fernsehen zudem eine erste Informatisierungswelle ein, die die Nachbearbeitung der Aufzeichnungen und die Bildmontage massiv vereinfacht. So arbeitet das Telegiornale ab dem Jahr 1988 mit einer digitalen Ablaufsteuerung, wenn auch die Videotechnik bis Ende der 1990er Jahre noch analog funktioniert, da die Rechenleistung der Computer die Datenmenge der Bildbeiträge noch nicht verarbeiten kann. Die Rechenleistung der Computer nimmt schnell massiv zu, so dass das Téléjournal im Jahr 2001 ein digitales Produktionszentrum erhält, 2004 werden auch SF und TSI aufgerüstet.
ARCHIVIERUNG
Zwei Elemente prägen die Archivierung des Sendungsbestandes: die technischen Mittel und die Art des Archivs. Beim Archiv des Schweizer Fernsehens handelt es sich um ein Produktionsarchiv. Es ist daher primär auf die Bedürfnisse der Weiterverwendung ausgerichtet und hat erst im Verlauf der Zeit auch eine historische Aufgabe wahrgenommen.

Die Geschichte der Produktionsbedingungen bildet sich ganz direkt im Archivbestand der Tagesschau ab, so fehlen bis Mitte der 1990er Jahre integral aufgezeichnete Sendungen. Bis dahin sind nur die einzelnen Beiträge vorhanden, da der Kommentar live gesprochen wurde, fehlt er in akustischer Form und ist nur als Moderationstext überliefert. Für die Sendungen vor 1957 sind sogar nur die Jahresrückblicke ohne Kommentartexte erhalten geblieben.

Ab dem Jahre 1973 hat das Archiv das gesamte Agenturmaterial, das für einen Bericht der Tagesschau zur Verfügung stand, abgelegt und nicht mehr die gesendete Form. Beides unterscheidet sich in Abfolge und Länge und lässt nur sehr beschränkte Rückschlüsse auf die Sendungsbeiträge zu. Das Material ist als «Agenturrohmaterial» erfasst.

Das Kompetenznetwerk Memoriav hat 1996 ein grosses Projekt zur Erhaltung und Vermittlung der Archivbestände der Fernsehanstalten initiert. Das Projekt Politische Information konzentrierte sich in den Jahren 1996-1998 auf zwei Serien von audiovisuellen Produktionen, die gemeinhin als Kernstücke der politischen Information angesehen werden: die Schweizerische Filmwochenschau von 1940 bis 1975 und die Tagesschau des Schweizer Fernsehens von 1953 bis 1989. Beide Bestände sind nun über die Datenbank Memobase recherchierbar und im Bundesarchiv einsehbar. Die interne Datenbank FARO von SRF kann für Forschungszwecke konsultiert werden und verfügt über eine Beschreibung pro Beitrag, der Details der Sendung nennt und über eine Tabelle der Einstellungen verfügt, wie auch über die Moderationsmanuskripte.
LITERATUR
– Bardet, René (Hrsg.). 50 Jahre Schweizer Fernsehen: Zum Fernseh’n drängt, am Fernseh’n hängt doch alles ... . Baden 2003.

– Broda, May. «Historikerinnen und Historiker vorm Fernseher». In: Theo Mäusli (Hrsg.). Schallwellen: Zur Sozialgeschichte des Radios. Zürich 1996, S. 209–227.

– Bürgisser, Thomas. «Im Banne des Satelliten»: Zur medialen Rezeption des Sputnik-Schocks in der Schweiz. In: Schweizerische Zeitschrift für Geschichte 57.4, 2007, S. 387–416. (online)

– Drack, Markus (Hrsg.). Radio und Fernsehen in der Schweiz: Geschichte der Schweizerischen Rundspruchgesellschaft SRG bis 1958 (2 Bde.). Baden 2000.

– Fischer, Pepe. Bestandserhaltung im Film-/Videoarchiv des Schweizer Fernsehens. (Churer Schriften zur Informationswissenschaft N° 42). Chur 2010. (online)

– Mäusli Theo (Hrsg.). Radio und Fernsehen in der Schweiz: Geschichte der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft SRG 1958-1983. Baden 2006.

– Mäusli, Theo; Steigmeier, Andreas; Vallotton, François (Hrsg.). Radio und Fernsehen in der Schweiz: Geschichte der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft SRG 1983-2011. Baden 2012.

– Mäusli, Theo; Steigmeier, Andreas. Service-public-Medien und kollektive Erinnerung. In: SZG/RSH/RSS 60.1, 2010, S. 44–55. (online)

– Mäusli, Theo. Voce e specchio: Storia della radiotelevisione svizzera di lingua italiana. Locarno 2009.

– Meier, Peter. Die Lücken schliessen: Zum (Zu-)Stand der Schweizer Mediengeschichte: Eine synoptische Bestandesaufnahme. In: SZG/RSH/RSS 60.1, 2010, S. 4–12.

– Rauh, Felix. Tagesschau des Schweizer Fernsehens (1957–1989): Handbuch zur Benutzung der Archivbestände. Bern 2001. (online)


FILMSPUR bietet einen Einstieg in die historische Arbeit mit Film- und Tonquellen. Anhand von verschiedenen Kriterien kann nach Archiven mit audiovisuellen Beständen gesucht werden. Ergänzend stehen Dokumentationen zur Verfügung, die entsprechende historische und methodische Fragestellungen behandeln.

FILMSPUR permet, à travers plusieurs critères de recherche, d’accéder à des informations relatives aux fonds d’archives audiovisuelles en Suisse. Cette banque de données est complétée par des documents qui traitent de questions d’ordre historique et méthodologique.

Bitte füllen Sie folgendes Formular in Bezug auf Ihre Film- und Tonbestände aus:

KONTAKT

BESTAND

BENUTZUNG

LITERATUR

ZEITSPANNE

THEMEN

ABDECKUNG

Vielen Dank

Wir werden Sie für weitere Fragen und Materialen kontaktieren.